FF Straßberg - die Chronik
.... ein unscheinbares, schlichtes altes Buch ist es, das uns in knappen Sätzen mit oft wunderlich erscheinenden Schriftzeichen erzählt, wie sich der Werdegang unserer Wehr gestaltete. Doch was es uns erzählt, ist ein Stück lebendigen Lebens - mit dem Geschick unseres Dorfes untrennbar verbunden. Ein überzeugendes und beredtes Dokument des Dienstes am Mitmenschen, eine Geschichte von Männern, die allzeit bereit waren und bereit sind, dem Nächsten zu helfen, wenn er in Not geraten ist.
„Am 10. März 1875 wurde die Freiwillige Feuerwehr Straßberg durch energisches Eingreifen des Herrn Bürgermeisters Steichele ins Leben gerufen." So lautet der erste Eintrag im Dienstbuch unserer Wehr. Wenige Wochen später wurden bereits Männer des Dorfes in die aktive Wehr aufgenommen; so ist von ersten Übungen die Rede und von der durch Handschlag gegebenen feierlichen Verpflichtung der Männer, der Sache treu zu dienen. Die Ausrüstung damals war noch sehr einfach und unvollständig. Im Jahre 1878 erhielt die Wehr dann eine Saug- und Druckspritze. Ihren ersten großen Einsatz hatte die Feuerwehr Straßberg dann am 18. Februar 1879, als das Häuschen des Pantleon Kachmann brannte. Es konnte nur noch das Mobiliar aus den Flammen gerettet werden.
In den folgenden Jahren sind viele Einsätze aufgezeichnet, teils im eigenen Ort, teils als nachbarliche Hilfeleistung in der näheren Umgebung.
In rascher Folge wechseln die Jahreszahlen in unserer Chronik. Von Jahreshaupt-versammlungen, Übungsberichten und Inspektionen ist die Rede. Auch von finanziellem Geschehen, so auch 1882, als ein Gerätehaus errichtet oder 1935, als die Pumpe erneuert und die Ausrüstung mit einer fahrbaren Steigleiter erweitert wurde.
Aber auch von düsteren, furchtbaren Ereignissen können wir lesen - von den beiden Weltkriegen, zu denen viele Kameraden unserer Wehr ausziehen mussten. Viele davon kamen nicht mehr zurück zu uns nach Straßberg. In diesen schrecklichen Jahren waren es nur noch wenige Männer, die den Feuerschutz in Straßberg übernommen haben.
Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde zunächst jede Vereinstätigkeit von den damaligen Siegern verboten - sie mussten letztendlich jedoch einsehen, dass eine Feuerwehr allerorts notwendig war. So wurde dann nach und nach die Wehr wieder aufgebaut. In diesen Jahren waren allerdings Material und Gerät, das zur Verfügung stand, sehr schlecht. Erst durch den nach der Währungsreform einsetzenden allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung konnte auch unsere Mannschaft mit den dringendsten Gerätschaften, u. a. 1950 mit einem dringend benötigten Tragkraftspritzenanhänger (TSA) ausgestattet werden.
Unsere Feuerwehr formierte sich in der Folgezeit zunehmend zu einer starken und kameradschaftlichen Einheit, die 1956 das Fest ihrer 80jährigen Vereinsgeschichte in würdevollem und unvergesslichem Rahmen feierte.
Nach diesen Jahren des Aufstiegs gab es dann - insbesondere nachdem das alte Feuerwehrhaus abgebrochen und nicht mehr erneuert wurde - Jahre der Unzufriedenheit innerhalb des Vereins und viele Jahre zähen Ringens mit der Gemeinde, bis im Jahre 1971 ein langersehnter Wunsch in Erfüllung ging - ein neues Feuerwehr-Gerätehaus an der Waldstraße wurde der Wehr übergeben.
Ein weiterer Wunsch ging ein Jahr später auch noch in Erfüllung. Wir bekamen ein Tragkraftspritzenfahrzeug, einen Ford-Transit, der uns am 21. November 1972 in einer kleinen Feierstunde übergeben wurde. Diese beiden Investitionen wurden noch, kurz vor der Eingemeindung nach Bobingen, von der Gemeinde Straßberg gestemmt.
Seit dieser Zeit ging es mit Wehr und Verein wieder aufwärts. Übungen wurden wieder gerne besucht und Kameradschaft und Zusammenhalt festigte sich wieder. Es war ein starker Zuwachs an jungen Kameraden zu verzeichnen, deren Mitverdienst es war, dass wir wieder eine schlagkräftige und jederzeit einsatzbereite Feuerwehr geworden sind.
Man könnte hier natürlich noch sehr vieles über die Geschichte unseres Vereins niederschreiben. Aber auf einige wichtige Punkte sei noch hingewiesen:
1975, ein besonderes Jubiläum, das 100-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Straßberg stand an. Es wurde vom 27. bis 30. Juni 1975 mit einem Festzelt an der Waldstraße sowie einem Festumzug mit 14 Festwagen, 13 Musikkapellen, 92 Vereinen und mit ca. 11 000 Besuchern an allen Festtagen in einem, dem Anlass würdigen Rahmen gefeiert. Dies war wohl das größte Fest in der Geschichte unseres Dorfes.

10 Jahre später feierten wir auch das 110-jährige Gründungsfest vom 14. bis 16. Juni 1985 mit einem großen Festzelt am Leitenberg.

Zwischenzeitlich haben sich - damals noch außergewöhnlich - Frauen als fester Bestandteil unserer Aktiven etabliert.
Der 1972 beschaffte Ford Transit musste 1989 durch ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug, einen Mercedes Benz 310 ersetzt werden.
Und nach Diskussionen über das Für und Wieder entschieden sich die Führung der aktiven Wehr und des Feuerwehrvereins 1994 dem neugegründeten Kreisfeuerwehrverband Augsburg beizutreten.
Im Jahre 2000 feierten wir das 125-jährige Gründungsfest des Vereins und konnten zu diesem Anlass eine neu beschaffte Tragkraftspritze Rosenbauer Fox 2 einweihen, die die alte TS8/8 mit VW-Motor ersetzte.

Die im Jahre 2004 neugewählte Vorstandschaft beantragte bei der folgenden JHV den Verein künftig als eingetragenen Verein (e.V.) zu führen, was durch die Mitglieder einstimmig abgesegnet und daraufhin im Registergericht eingetragen wurde.
Zum Abschluss sei gesagt, dass die Freiwillige Feuerwehr Straßberg auch die kommenden Jahre mit Freude und Zuversicht angehen wird. Wir sind in’s kulturelle Leben Straßbergs, zusammen mit den anderen Ortsvereinen, mit denen wir gerne und gut zusammenarbeiten, aktiv eingebunden:
Seit mehr als 32 Jahren wird von uns der Maibaum aufgestellt und, wenn das Wetter mitspielt, am 1. Mai ein Maifest veranstaltet.
Außerdem gibt’s zur Pflege der Kameradschaft, jährlich ein Grillfest. eine Weihnachtsfeier und seit fast 40 Jahren Vereinsausflüge.
Um dies so weiterführen zu können hoffen wir, dass es auch weiterhin junge Menschen gibt, die sich für unsere Idee begeistern, die Menschen in Not helfen wollen und sich uns anschließen getreu unseren Grundsätzen „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr. Einer für Alle und Alle für Einen"
unsere Gründungsmitglieder
Josef Steichele | Liberat Schmid |
Michael Bobinger | Josef Schreiber |
Josef Geh | Karl Sirch |
Franz Lichtenstern | Gottfried Vollmann |
unsere Vorstände
Josef Steichele | 1875 - 1906 |
Karl Sirch | 1907 - 1912 |
Josef Baur | 1913 |
Karl Sirch | 1914 - 1918 |
Otto Becherer | 1919- 1923 |
Josef Vollmann | 1924 - 1939 1940 - 1948 |
Josef Straubinger | 1949 - 1967 |
Helmut Müller | 1968 - 1972 |
Wolfgang Becherer | 1973 - 2003 |
Gottfried Zerrle | 2004 - 2009 |
Robert Haas | 2010 - |
unsere Kommandanten
Michael Bobinger | 1875 - 1912 |
Arnulf Vollmann | 1913 |
Michael Bobinger | 1914 - 1918 |
Johann Vollmann | 1919 - 1923 |
Josef Schreiber | 1924 - 1933 |
Kaspar Mayr | 1934 - 1936 |
Josef Lichtenstern | 1937 - 1939 |
Josef Vollmann | 1940 - 1947 |
Karl Mayr | 1948 - 1953 |
Peter Schlecht | 1954 - 1961 |
Karl Mayr | 1962 - 1967 |
Gottfried Lichtenstern | 1968 - 1969 |
Rudolf Bobinger | 1970 - 1989 |
Otto Zerrle | 1989 - 2013 |
Josef Zobel | 2013 - |
Die Angaben sind teilweise alten Aufzeichnungen entnommen. Für Vollständigkeit kann keine Gewähr übernommen werden.